Berichte 2016  

Vom SV-Kurs zum Gelbgurt

vom 14.12.2016:

Vom SV-Kurs zum Gelbgurt


Bocholt                                                                                                                        Eine besondere Judo – Prüfung beim SC Budokan Bocholt zum Abschluß des Jahres. Im Judoverein trainieren seit drei Jahren regelmäßig Mittwochmorgen die Seniorengruppe  eine Mischung aus Selbstverteidigung und Judo. Diese Gruppe ist nach einem Selbstverteidigungs – Kurs der VHS mit Jürgen Hatzky auf den Trainer zugekommen mit der Bitte weiter zu machen und nicht erst ein halbes Jahr auf einen neuen Kurs zu warten, denn bis dahin hätte man alles wieder vergessen. Darum gründete diese gemischte Gruppe mit 14 Teilnehmern zwischen 62 – 82 Jahren eine Senioren SV Abteilung beim SC Budokan Bocholt. Durch das regelmäßige Training steigerten die Senioren ihr Selbstbewusstsein und die eigene Mobilität. In das Trainingsprogramm wurden auch einige Judo Elemente eingebaut. Dazu gehört auch die Fallschule mit Inhalten rückwärts und seitwärts zur Steigerung der Fallprophylaxe im Alter. Aus dem Judo Stand- und Bodenbereich wurden  für die Selbstverteidigung zwei  Judoprinzipen  „Siegen durch Nachgeben“ trainiert.                                                                             1. Prinzip: „Wenn mich jemand zieht, dann drücke ich“. Das bedeutet, wenn der Angreifer zieht wirft der Verteidiger mit O-soto-otoshi (Großer Außen Sturz) und fixiert am Boden den Angreifer mit dem Haltegriff Mune Gatame (Brust Haltegriff).


2.Prinzip: „Wenn mich jemand drückt, dann ziehe ich“. In unserer  Gruppe üben wir die Verteidigung gegen einen schubsenden Angreifer mit ausweichen in Verbindung mit dem Judowurf  Uki-goshi (Hüftschwung) und anschließenden Haltegriff am Boden Kuzure-kesa-gatame.


Das abschließende Randori (Übungskampf) findet auch bei den Senioren immer wieder anklang. Mit diesen Techniken legten 14 Senioren im letzten Jahr die weiß-gelb Gurt Prüfung nach den Richtlinien des Deutschen Judo Bundes erfolgreich ab. Schon am Anfang dieses Jahres stand für die meisten Senioren fest, dass sie im Dez. 2016 die Prüfung zum Gelbgurt machen wollten. Die Motivation zu dieser  Prüfung wurde durch zwei Tages Workshops des DJB / NWJV für die Aktion nach dem Motto „Bewegt  ÄLTER werden mit Judo“ gestärkt. In der letzten Woche stellten sich 9 Senioren, der älteste Teilnehmer Gerhard Zitzmann 83 Jahre, dieser für sie nichtmöglich gehaltenen Herausforderung.  Das Prüfungsprogramm zum 7.Kyu bestand für alle Teilnehmer aus der Fallschule, 4 Judowürfe (O-goshi, Uki-goshi, O-uchi-gari und Seoi-otoshi), 4 Haltegriffe (Kesa-gatame, Yoko-shiho-gatame, Tate-shiho-gatame und Kami-shiho-gatame) demonstriert in der Grundform und Anwendung. Den Abschluß bildete das Stand- und Bodenrandori.


Nach bestandener Prüfung waren sich alle einig, dass man mit Judo bewegt älter werden kann. Besonders stolz  war Trainer und Prüfer Jürgen Hatzky auf die Leistung seiner Judo  Späteinsteiger mit einem Altersdurchschnitt über 72 Jahren, denn so eine Gruppe wird es nicht oft in Deutschland und über die Grenzen hinaus geben.