Was ist Judo?

 

Das Wort Judo setzt sich zusammen aus den beiden Silben JU=sanft und DO=Weg, demnach bedeutet JUDO also der "sanfte Weg" . JUDO ist eine japanische Kampfsportart und wurde im Jahre 1882 von Jigoro Kano , hervorgehend aus dem Studium vieler alter Kampfschulen (RYU) gegründet. Kano jedoch hielt den vorwiegend kriegerischen Aspekt dieser, auf den verschiedenen Stilrichtungen des Jiu- Jitsu basierenden Kampfkünste für nicht mehr zeitgemäß. Demnach konzentrierte er sich darauf ein System zu entwickeln ,dass einerseits in hohem Maße zur ganzkörperlichen Fitness verhelfen , andererseits aber auch die Grundlage für einen modernen Wettkampfsport bilden sollte. Darüber hinaus , sollte durch sein System neben einer Charakter- und Persönlichkeitsformung die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten erreicht werden. So schult das regelmäßige Training die Einbildungskraft , das logische Denken und die Urteilskraft , welche grundlegende Faktoren für ein ausgeglichenes Persönlichkeitsbild und die Wahrung des seelischen Gleichgewichtes sind.

 Jürgen in Japan mit einem 10.Dan-Träger (Mitte)  Jürgen in Japan bei Jigoro Kano   
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

Was umfasst Judo ?

   
  Das große Gebiet des Judo wird grob in vier Abteilungen gegliedert:
   
1. Würfe (NAGE-WAZA) Würfe aus dem Stand (TACHI-WAZA)
  1. Handwürfe (TE-WAZA)
  2. Hüftwürfe (KOSHI-WAZA)
  3. Fußwürfe (ASHI-WAZA)
  Würfe aus der Rückenlage (SUTEMI-WAZA)
  1. Würfe aus gerader Rückenlage (MA-SUTEMI-WAZA)
  2. Würfe aus seitlichen Rückenlage (YOKO-SUTEMI-WAZA)
   
2. Griffe (KATAME-WAZA) Griffe, die im Stand angesetzt werden (TACHI-WAZA)
  1. Würgegriffe (SHIME-WAZA)
  2. Gelenkhebel (KANSETSU-WAZA)
  Griffe die in der Bodenlage angesetzt werden (NE-WAZA)
  1.Haltegriffe (OSAE-KOMI-WAZA)
  2. Hebel (KANSETSU-WAZA)
  3. Würgegriffe (SHIME-WAZA)
   
3. Schlagtechniken (ATE-WAZA)  1.Hand- und Armschläge und -stöße (UDE -WAZA)     
  2.Fußstöße und tritte (ASHI-WAZA)
   
4. Wiederbelebung (Kappo)    

                                                                                               

 Judo-Weltmeisterschaft 2005 in KanadaWeltmeisterschaft 2005 in KanadaTraining im ältesten Dojo dem Kodokan in Japan

 Methoden des Judo-Studiums
Obwohl im westlichen Europa das Judo vorwiegend als moderner Zweikampfsport, mit olympischem Status bekannt ist, sollten beim Studium dieses Systems zwei andere wesentlichen Teilaspekte nicht außer Acht gelassen werden. Denn erst das systematische Training aller drei Übungsformen des Judos macht einen guten Judoka aus. Diese grundlegenden Übungsformen werden allgemein auch als die "drei Säulen des Judo" bezeichnet.

  

1. Kata: Das Wort Kata bedeutet frei übersetzt "Üben nach Vereinbarung oder auch Form". Kata ist ein bis ins Detail abgestimmter Bewegungsablauf. Jede Kata stellt ein Grundthema des Judo dar. Die Kata ist die Theorie, die Grammatik des Judo. Die Kodokan- Kata sind primär von Jigoro Kano selber entwickelt worden um die Wahrung der ursprünglichen Ideen und Absichten des Judo sicherzustellen.

Deutsche Judo-Kata Meisterschaft    Deutsche Judo-Kata Meisterschaft    Judo Weltmeisterschaft 2005 in Kanada

2.Randori: Der Begriff Randori bezeichnet das freie Üben, bzw. den Übungskampf ohne den letzten Einsatz. Bei dieser Übungsform liegt die Priorität darin, das im Training erlernte möglichst variantenreich und flexibel anzuwenden. Täuschen, Überlisten, Kontern des Partners, ihn durch Bestimmen des Tempos konditionell zu ermatten, sind die Mittel des Randori, die diese Übungsform zur Interessantesten des Judo überhaupt machen.

3.Shiai: Shiai ist das japanische Wort für Wettkampf und umschreibt somit den von Kampfrichtern geleiteten und den strikten Regeln des des jeweiligen Verbandes unterlegenen Wettstreit zweier Judoka. Erst im Shiai , dem Wettkampf selbst, kann ein Judoka wirklich testen,wie weit der eigene Stand ist, welche Praktiken noch intensiviert werden müssen und wie es um die eigene körperliche Verfassung bestellt ist.

 

Graduierung und Gürtelprüfungen
Die Graduierungen im Kampfsport und somit auch im Judo stellen gemäß ihrer Farbabstufungen die Hierarchie zwischen Schülern und Meistern dar. Da die Wettkampftätigkeit eines Judoka sich im allgemeinen auf einen Zeitraum von ungefähr zwanzig Jahren beschränkt, bietet das System der Graduierungen auch dem Judoka fortgeschrittenen Alters ,die Möglichkeit das Studium seiner Kunst erfolgreich fortzusetzen. Er wird sich mit Hilfe des Judo entwickeln zu einem gereiften, ausgeglichenen nicht im Widerspruch zum Leben stehenden Menschen.

 

Einteilung der Judoka gemäß des Kodokan-Standards: 

   
Mudansha = Schüler-(Kyu-)Grade
Yudansha = Meister-(DAN-)Grade
   

8.Kyu = weiß-gelber Gürtel

1.DAN = schwarzer Gürtel

7.Kyu = gelber Gürtel

2.DAN = schwarzer Gürtel

6.Kyu = gelb-oranger Gürtel

3.DAN = schwarzer Gürtel

5.Kyu = oranger Gürtel

4.DAN = schwarzer Gürtel

4.Kyu = orange-grüner Gürtel

5.DAN = schwarzer Gürtel

3.Kyu = grüner Gürtel

6.DAN = rot-weißer oder schwarzer Gürtel

2.Kyu = blauer Gürtel

7.DAN = rot-weißer oder schwarzer Gürtel
1.Kyu = brauner Gürtel

8.DAN = rot-weißer oder schwarzer Gürtel

9.DAN = roter oder schwarzer Gürtel

10.DAN = roter oder schwarzer Gürtel

 

Judo beim SC BUDOKAN Bocholt
Der SC BUDOKAN Bocholt wurde 1982 gegründet. Bis heute brachte unser Verein über 20 deutsche Meister in den verschiedenen Kampfsportarten hervor, unter anderem im Judo, Taekwondo, Ju-Jutsu, Nunchaku-Do usw..

Zu den herausragendsten Erfolgen im Bereich des Judo zählte der bis heute unerreichte Hattrick bei den deutschen Kata-Meisterschaften 89, 90, 91 von Budokangründer Jürgen Hatzky und seiner Partnerin Anja Euting. An diesen großen Erfolg konnte Hatzky in diesem Jahr mit seiner neuen Kata-Partnerin, der 2. Vorsitzenden des SC Budokan Bocholt , Gaby Hörning, mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den deutschen Kata-Meisterschaften in Montabaur anknüpfen. Somit stellte der ehemalige Bundesligakämpfer Hatzky erneut unter Beweis, dass er noch immer zu den absoluten Experten im Judo-Kata-Bereich zählt.
Das Bemühen dem komplexen Aspekt der Kata, der Grammatik des Judo, in der Öffentlichkeit zu mehr Popularität zu verhelfen, fand jedoch seinen Höhepunkt in einer eindrucksvollen Demonstration des Bocholter-Kata-Teams, auf dem roten Platz in Moskau, kurz nachdem Fall des eisernen Vorhanges. Dabei legte Hatzky neben dem sportlichen Aspekt vor allem Wert darauf, die besondere Funktion des Sportes als Mittel zur Völkerverständigung hervorzuheben.

Darüber hinaus leistete Jürgen Hatzky wahre Pionierarbeit im Bereichs des Kinder-Judo. So entwickelte er unter anderem ein Konzept, dass er "Judo für O und KO"(jap.: O=groß, ko=klein) nannte, was das Erlernen des Judo, mittels koordinierter Spielformen auch schon im Kleinkindalter ermöglichen sollte. Im Rahmen dieses Projektes arbeitete der Bocholter an einem Spiel dass, auf unmissverständlichem Wege die grundlegenden Prinzipien des Judo auch dem Laien anschaulich machen sollte. Dieses Spiel basierte also im wesentlichen darauf, die Kraft des Gegners aufzunehmen und die vorgegebene Bewegungsrichtung weiterzuleiten .Um jedoch Kinder ab dem Alter von zwei Jahren behutsam an einen solch komplexen Sport heranzuführen, hielt der Budokangründer es für zwingend notwendig zumindest einen Elternteil mit in den Lernprozess des Kindes zu integrieren. So lernen beim Judo für O und KO, Eltern gemeinsam mit ihren Kindern diesen tollen Sport kennen, was sich natürlich auch positiv auf die Eltern-Kind -Beziehung auswirkt.

Mit diesem weltweit einzigartigen Konzept ist Jürgen Hatzky heute, nach über 25 Jahren erfolgreicher Bildungsarbeit und insgesamt 40 jähriger Kampfsporterfahrung, ein gefragter Referent für die Jugendarbeit im Judosport, auf Bundes und internationaler Ebene. Darüber hinaus hat sich die Judoabteilung unseres Vereines durch Auftritte bei den größten Budo-Events Europas, mit spektakulären Darbietungen unseres Judo-Show-Teams ebenfalls national und international um große Anerkennung bei Kampfsportlern aller Stilrichtungen verdient gemacht. Im Rahmen einer örtlichen Kampfsportgala zeigten Jürgen Hatzky und Gaby Hörning eine einmalige Demonstration der Juno-Kata in archaisch anmutenden Samurairüstungen, um den Ursprung dieser sehr alten Form zu verdeutlichen.